Die Natur steckt voller Wunder und kleiner Geheimnisse, die sich direkt vor der Haustür im Wald oder auf der Wiese entdecken und ausprobieren lassen. So manches Naturwunder können wir essen oder als Ersatz für ein Industrieprodukt kennenlernen ...
Schrei, wenn du ein Mann bist
Wenn im Frühjahr die Nächte milder werden und es feucht ist, kommen die Erdkröten aus ihren Winterquartieren, um an Teichen und Tümpeln zu laichen.
Ein geschickter Griff zeigt, ob die Erdkröte ein Männchen oder ein Weibchen ist
So geht‘s: Wenn Sie eine Erdkröte finden, fassen Sie das Tierchen sanft mit Daumen und Zeigefinger hinter den Vorderbeinen (1) und heben Sie es hoch (2). Gibt es einen quäkenden Ruf von sich, ist es ein Männchen. Setzen Sie es gleich danach vorsichtig wieder an dieselbe Stelle zurück.
Warum der Krötenmann schreit
Im Frühjahr sind Erdkröten in Paarungslaune. Sie wandern zu ihren Geburtstümpeln, wo das Weibchen die Eier ablegt, die das Männchen befruchtet. Das Männchen sucht sich (normalerweise) ein Weibchen, klammert sich am Rücken fest und lässt sich zum Tümpel tragen. Die Krötenmänner sind bei der Wahl der Weibchen nicht wählerisch, sie versuchen sogar, andere Männchen zu besteigen und sich festzuklammern. Diese wehren sich gegen den Fehlgriff, indem sie mit den Füßen strampeln und einen Schrei, den Befreiungsschrei, ausstoßen.
In der Regel gibt es viel weniger Krötenweibchen als Männchen. Die Männchen konkurrieren deshalb oft heftig um ein Weibchen, und Verwechslungen kommen gar nicht so selten vor. Mit dem oben gezeigten Griff ahmst du die Umklammerung nach.
Bayerns größte Artenschutzaktion
Amphibien, wie die Erdkröten verlassen im Spätwinter ihre Winterquartiere und wandern manchmal viele Kilometer zu ihren Laichplätzen. Oft müssen sie Straßen queren. Um zu verhindern, dass sie massenhaft überfahren werden, stellen wir vom BUND Naturschutz jedes Jahr 500 Amphibienschutzzäune in Bayern auf. Jeden morgen und jeden Abend sammeln Aktive die Tiere ein und tragen sie sicher über die Straße. Wer mitmachen will, kann hier Amphibienwanderwege melden oder sich bei einer der Orts- und Kreisgruppen des BUND Naturschutz in Ihrer Nähe für die Rettungsaktion einsetzen.
Wusstet Ihr, dass Ihr Euch mit Kastanien die Hände waschen könnt?
So geht’s:
Schneidet eine frische, reife Rosskastanie in der Mitte durch. Wenn das noch zu schwer ist, gibt es eine Lösung, die auch mehr Spaß macht: Ihr zerkleinert die Kastanien mit Steinen. Große Steine einfach darauf fallen lassen, oder aktiv darauf hauen – geht manchmal auch mit festen Schuhen und drauf stampfen oder hüpfen.
Befeuchtet nun eure Hände mit Wasser und reibt sie mit dem gequetschten oder geschnittenen Inneren der Kastanie ein. Noch besser in ein Schraubglas mit Wasser füllen und fest schütteln (2-3 Kastanien in 250ml Wasser). Dann das Wasser wie Flüssigseife verwenden. Fett und Schmutz verschwinden! Der Grund: Rosskastanien enthalten Stoffe, die wie Seife wirken: Saponine, auch Seifenstoffe genannt. Deshalb kann man aus diesen Kastanien auch Waschmittel selbst herstellen.
Wisst ihr wie lecker Hagebutten schmecken?
Hagebutten sind die Herbstfrüchte von Hecken- und Wildrosen. Ihre Form variiert von länglich bis kugelrund, ihre Farbe von orange bis dunkelrot. Das Tolle ist: Ihr könnt sie essen. Sie sind wahre Vitamin-C-Bomben.
Kurzinfos zum Sammeln
Für Hagebutten-Tee oder -Pulver sammelt ihr die schon roten, aber noch festen Früchte.
Die beste Sammelzeit im Jahr ist zwischen September und Dezember.
Die beste Tageszeit: mittags und bei trockenem sonnigem Wetter.
Der beste Sammelort: im Garten, im Wald oder an anderen, unbelasteten Plätzen in der Natur.
sammelt über Hüfthöhe (ca. 1 m) wegen möglichen Urin-Verunreinigungen von Hunden und anderen Tieren. Außerdem meidet Sträucher an viel befahrenen Straßen oder in der Nähe von Feldern, die mit Chemie gespritzt sind.
Hagebutten-Schalen-Snack oder saure Gummibärchen
Entfernt von den festen roten Früchten die Stiele und Kelche (die schwarzen Käppchen oben). Schneidet die Hagebutten dann in der Mitte durch und schabt mit einem kleinen Löffel oder Messer die haarigen Kerne heraus. Verwendet dabei Küchenhandschuhe, denn die Härchen können Juckreiz auslösen und sogar Allergien. Legt die Kerne beiseite und hebt sie auf (siehe unten: Hagebutten-Kerne-Tee)!
Jetzt könnt ihr die gesunden Schalen entweder roh naschen. Denkt dran: Sauer macht lustig!
Oder ihr lasst sie langsam trocken: Das geht auf einem Blech/auf einem Küchentuch an einem trockenen Ort (z. B. auf der Heizung oder am Kamin) oder schonend im Backofen (bei höchstens 40-50° C) bzw. im Dörrautomat.
Die getrockneten Hagebutten könnt ihr, ähnlich wie saure Gummibärchen, pur genießen oder auch ins Müsli, in Salate, Brotaufstriche, in Tees, ins Jogurt oder zum Frühstückbrei etc. geben.
Hagebutten-Tee
Die Kerne haben außen kleine Häkchen zum Schutz. Deshalb können sie nicht mitgegessen werden. (Lausbuben und Lausmädchen wissen: Aus denen kann man Juckpulver machen.) Lasst die entnommenen Kerne daher erst gut trocknen. Dann reibt mit einem trockenen Tuch die Härchen ab. Zum Schutz immer Küchenhandschuhe verwenden!
Zubereitung: Die Kerne über Nacht mit Wasser ansetzten (Dosierung: ein gestrichener TL pro Tasse 250 ml Wasser). Am nächsten Tag 30 min sanft köcheln lassen und anschließend abfiltern. Vor allem aus den Kernchen kann durch Aufgießen und wieder köcheln lassen mehrmals Tee zubereitet werden. Das sollte aber idealerweise immer am gleichen Tag passieren, später bildet sich leicht Schimmel.
Klingt ein wenig aufwändig? Lohnt sich aber, denn er ist kein Vergleich zu den handelsüblichen Hagebutten-Teebeuteln. Der Tee schmeckt nämlich fein vanillig. Perfekt nach einem Herbstausflug.
Außerdem kann er das Immunsystem stärken.
Superfood Hagebuttenpulver
Aus dem trockenen Fruchtfleisch könnt ihr auch ein feines Pulver herstellen: einfach in den Hochleistungsmixer geben. Das Pulver ist ein heimisches Superfood mit viel Vitamin C und eignet sich für unterschiedliche Verwendungen, wie z. B. als Beigabe in Teelöffel-Menge zu Smoothies, im Müsli, in Energiebällchen oder als fruchtig-säuerliches Gewürz.
Unser Tipp: Forscht einfach zusammen im Geschmackslabor: Wie schmeckt euch z. B. das Hagebutten-Pulver am besten: Im Müsli? Als Gewürz, z. B. in der Salatsauce oder im selbstgemachten Brotaufstrich? Im frisch gepressten Saft oder Smoothie? Als Topping auf der Kürbis-Suppe …? Probiert ein bisschen herum. Folgt eurem Gefühl. Als besonders lecker stellen sich ja immer wieder Kombinationen heraus, die man sich zuvor gar nicht vorstellen konnte!
Aber: Macht das Pulver nicht zu heiß bzw. kocht es nicht mit, dabei werden sonst viele wertvolle Vitamine zerstört.
Damit sich die getrockneten Hagebutten, das Hagebutten-Pulver und die Kerne eine Weile halten, verwahrt sie an einem trockenen, lichtgeschützten Ort. Gut eignet sich dafür ein sauberes Schraubglas. Braucht die Sachen innerhalb von wenigen Wochen auf.
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