Kinder, was machen wir heut?

Spiel- und Basteltipps für den Herbst

Im Herbst ist richtig viel los im Wald und im Stadtpark. Eichhörnchen, Igel, Eichelhäher – alle Tiere sind jetzt extra fleißig. Sie bereiten sich auf Winterschlaf und Winterruhe vor. Habt ihr Lust, einmal ganz anders in diese Herbst-Welt einzutauchen? Draußen zu forschen, zu entdecken und neue Sachen auszuprobieren? Dann packt eure Sachen und eine kleine Brotzeit ein! Auf geht’s, raus zu den Bäumen!


#1 Ein Buch für Naturforscher*innen

Wie könnt ihr all eure Erfahrungen und Wissensschätze aufbewahren? Und: Es werden ja immer mehr! Legt euch gemeinsam ein Buch für Naturforscherinnen und -forscher an.

Tragt gleich eure Beobachtungen ein: Was habt ihr heute gemacht und was dabei entdeckt? Was gehört, was gesehen? Sortiert eure schönsten Blätter und Samen ein. Nutzt für den Anfang unsere Bestimmungshilfe für Laubbäume. Klebt ein ausgedrucktes Foto vom Familienausflug dazu, Fotos von euren Bastelarbeiten, z. B. von eurem Windspiel.

Naturforscherinnenbuch mit Hund

Wie ein Familienalbum füllt sich euer Naturforscher*innenbuch nach jedem Ausflug immer weiter. Ihr könnt euch auch eine Forscher*innen-Kiste zulegen – mit Werkzeugen, Fächern und Aufbewahrungsmöglichkeiten. Wenn ihr es gern strukturierter habt, nehmt z. B. wie hier im Bild einen alten Aktenordner: vielleicht mit Registerkarten für die Jahreszeiten, Monate oder unterschiedliche Themen (Tiere, Pflanzen, Landschaften …).  Die eine oder andere Idee oder Vorlagen für euch gibt es immer wieder hier auf unserem Blog. Wir sind natürlich gespannt, was euch einfällt. Schickt gern eure Fotos an familien@bund-naturschutz.de.


#2 Eichhörnchen spielen

Eichhörnchen beim Futtern
Eichhörnchen mit Walnuss
Trinkendes Eichhörnchen

Also, ihr seid draußen im Wald oder Park und jetzt stellt euch vor, ihr seid Eichhörnchen. Zu Anfang gleich eine wichtige Frage an euch: Wisst ihr, was Eichhörnchen besonders gerne fressen? Genau! Kastanien, Eicheln, Haselnüsse, Walnüsse, Ahornsamen, Fichtensamen, Kiefernzapfen …

Guckt euch um und sammelt ein, was ihr als Eichhörnchen gerne fresst: Kastanien, Eicheln und Haselnüsse … Zählt eure Fundstücke und merkt euch die Zahl. Dann versteckt ihr die Baumfrüchte im Wald – im Laub, unter den Bäumen, in der Erde, unter Steinchen.

Wenn ihr damit fertig seid, dreht euch alle zusammen (mit genügend Abstand) ein paarmal im Kreis. Natürlich mit geschlossenen Augen. Dann macht euch daran, eure versteckten Waldfrüchte wiederzufinden. Zählt nach: Habt ihr alle gefunden? Wenn nicht ist das auch nicht schlimm. Vielleicht wächst dort nächstes Jahr ein Bäumchen.

Alles über Eichhörnchen in Bayern, wie du sie erforschen und wie du ihnen helfen kannst, findest du hier.

Mehr über Eichhörnchen in Bayern erfahren

#3 Basteln mit Fundstücken aus der Natur

Vogelweihnachten

selbstgemachtes vogelfutter herz
selbstgemachtes vogelfutter stern
selbstgemachtes vogelfutter erdnussring

So gehen die selbstgemachten Meisenknödel

Ihr braucht dafür:
Ausstechformen, Kokosfett, Sonnenblumenkerne, Hanf, Hirse, Getreidekörner, Haferflocken, Nüsse, Rosinen und einen robusten Bindfaden.
So geht’s:
Den Bindfaden durch die Ausstechform legen, nicht verknoten! Zutaten vermengen, im Wasserbad erwärmen, in die Form füllen. Bindfaden richten, so dass er von ausreichend Futtermasse umgeben ist! Dann lasst ihr die Zutaten in der Form aushärten. Geht im Gefrierfach sehr schnell. Am Ende aus der Form drücken, den Bindfaden verknoten und draußen, möglichst vor Katzen geschützt, aufhängen.
Wie war es bei uns?
Eine Nachbarin hat uns Meisenknödel geschenkt. Die haben wir zerbröselt und etwas Kokosfett dazugegeben und das Ganze erwärmt. Das hat auch schon Spaß gemacht. Am Anfang haben wir den Futterbrei schön ordentlich mit dem Löffel in Ausstechformen (Sterne, Herzen und Lebkuchenmännchen) eingefüllt. Mit der Zeit wurde der Baatz immer interessanter und wir haben der Fantasie freien Lauf gelassen. Ein Vögelchen, ein Schiffchen und eine gefüllte Mandarinenschale wurden dann schon mit ganz viel Handarbeit gebastelt.

So geht der Erdnussring

Ihr braucht dafür:
Erdnüsse, einen Draht und Deko
So geht’s:
Die Schale der Erdnüsse in der Mitte mit dem Draht durchstechen und so auffädeln. Am Ende das Ganze zu einem Ring biegen. Man auch auch einen kleinen inneren und einen großen äußeren Ring kombinieren.

Das Füttern von Vögeln ist zum Beobachten, Lernen und daran Erfreuen für uns Menschen toll. Damit es auch den Vögeln guttut, gibt es hier Informationen, worauf geachtet werden sollte.
Vögel füttern im Winter? | BUND Naturschutz (BN)

Vögel aus Wald-Fundstücken

diverse entwürfe 2

Eure Materialliste

  • festes Tonpapier (entweder bunt oder weiß)
  • selbst gesammelte Naturmaterialien: bunte Herbstblätter, Rindenstücke, Federn, Samen (z. B. Ahornsamen, Bucheckern), kleine Ästchen
  • Bunt- oder Filzstifte / evtl. Wasserfarben, Pinsel
  • wahlweise: Juteschnur, Baumwoll-Faden, Bast, Wolle, Draht
  • Schere
  • Heiß- oder Bastelkleber/ alternativ auch breites durchsichtiges Klebeband
  • optional: Wackelaugen zum Aufkleben

So geht's

  • Aus selbst gesammelten Blättern, Samen, Federn und Ästchen könnt ihr auf Papier tolle Vogelbilder arrangieren. Ganz nach Lust, Laune und Interesse entstehen dabei wilde ausgedachte Fantasie-Vögel oder ganz realistisch an einer Vogelart orientierte Federtiere.
  • Verwendet am besten buntes Tonpapier, wenn ihr gleich loslegen wollt.
  • Oder benutzt ein festes, hell getöntes oder weißes, Papier, wenn ihr lieber zuerst mit Farben (Wasserfarben, Buntstiften) einen Hintergrund (z. B. Wald, Wiesen, Berge, Moor …) gestalten und eure Tiere dann darauf anrichten möchtet!
  • Die Schnäbel der Tiere und ihre Füße und Zehen mit den Hornschuppen und Krallen oder auch Schwimmhäuten könnt ihr am Ende ganz einfach mit Bunt- oder Filzstiften ergänzen.
  • Ihr könnt euren Vögeln zum Schluss noch lustige Wackelaugen aufkleben!

 

Unser Tipp:
Legt die Tiere erst einmal auf dem Papier zurecht, bis die Formen so sind, wie ihr sie haben mögt und sie euch gut gefallen. Dann erst klebt die Materialien auf dem Untergrund fest!
Mit breitem, durchsichtigen Klebeband, könnt Ihr einen selbstklebenden Untergrund für Euer Bild schaffen. Dafür einen Rahmen, z. B. aus Pappe, Streifen, neben Streifen mit dem Klebeband bekleben. Rahmen umdrehen und Tier darauf anrichten.
Doch Vorsicht bei brüchigen Material, wie getrockneten Blättern. Was einmal klebt, lässt sich nicht mehr so einfach verschieben.

 

Ein selbstgemachter Vogel auf Papier ist übrigens auch ein schönes Mitbringsel und Geschenk!

Euer Wald-Windspiel

Windspiel aus Waldmaterialien

Eure Materialliste

  • selbst gesammelte Naturmaterialien: bunte Herbstblätter, Kastanien, Eicheln, Zapfen, Ahornsamen, Bucheckern, Rindenstücke, Beeren, Federn …
  • längerer Ast und kleine Ästchen
  • Handbohrer (z. B. Schneckenbohrer/Vorbohrer)
  • dicke Nadel
  • wahlweise: Juteschnur, stabiler Baumwoll-Faden, Bast, Wolle, Draht
  • Schere
  • Heiß- oder Bastelkleber
  • optional: kleine Holzperlen, kleine Glöckchen, Filzwolle

So geht‘s

  • Die Basis für das Windspiel ist ein mittellanges Aststück (ca. 30–40 cm), an das ihr – je nach Wahl und gewünschter Stabilität – mit Schnur/Faden/Draht eure gesammelten Waldfrüchte aufhängt.
  • Mit dem Handbohrer bohrt ihr kleine Löcher für die Aufhängung in Kastanien, Eicheln und andere Samen hinein. Achtet darauf, das Loch mittig zu setzen, damit ihr später Schnur/Faden/Draht gut durchfädeln könnt. Bei Zapfen könnt ihr Faden oder Draht einfach hindurchziehen.
  • Die Herbstblätter könnt ihr zuvor zwischen Buchseiten pressen und trocknen lassen.
  • Schneidet verschieden lange Stücke von Juteschnur oder Bast ab (ca. 20–30 cm lang). Bindet Kastanien, Samen und Zapfen an verschiedenen Längen der Schnur fest. Blätter und Federn könnt ihr, einzeln oder auch gebündelt, einfach mit Faden an den Stielen am Windspiel befestigen. Schön sehen sie z. B. am unteren Ende der Schnüre aus. So fangen sie den Wind ein und bewegen das Windmobile. Kleine Holzperlen und Glöckchen machen das Spiel noch lebendiger. Achtet darauf, dass ihr alle Teile so anbringt, dass sie im Wind schön schwingen können.
  • Jetzt befestigt ihr alle von euch dekorierten Schnüre an euren Hauptast. Die Schnüre sollten so hängen, dass die Kastanien und andere Materialien nicht direkt nebeneinander sind, sondern genug Raum haben, um sich im Wind zu bewegen. Zum Schluss hängt ihr das Familien-Windspiel mit einem langen Stück Juteschnur am oberen Ende des Astes auf: ans Fenster, auf den Balkon oder an einen Baum im Garten.

Bunte Tipps

Wenn ihr möchtet, könnt ihr die Baumsamen wie Kastanien oder Zapfen auch noch bemalen, um euer Windspiel bunter zu gestalten.

Wenn Ihr zwei Äste über Kreuz zusammenbindet, bekommt ihr ein Mobile.

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So ein Wind-Spiel ist auch ein schönes Mitbringsel und Geschenk!

Hier fehlen noch eure Tipps. Schreibt uns an familien@bund-naturschutz.de

Eichhörnchen Laterne

eichhörnchen laterne

Zum Download der Schablone für die Eichhörnchenlaterne [PDF]

Schickt uns gern Fotos von euren Bastelarbeiten an familien@bund-naturschutz.de.

Die schönsten Fotos veröffentlichen wir hier auf unserem Familienblog (mit Namen und Heimatort). Unter allen Einsendungen verlosen wir fünf Überraschungspakete.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mit der Einsendung geben ihr dem BUND Naturschutz in Bayern e.V. an den eingesendeten Fotos das Nutzungsrecht für BN-Publikationen.
Wenn ihr die Veröffentlichung des Namens nicht wünscht, schreibt das in der Mail dazu.


#4 So klein und ganz schön laut!

Im Frühling singen alle Vögel. Teilweise fangen sie schon vor Sonnenaufgang damit an, wie der Gartenrotschwanz oder das Rotkehlchen. Sie machen Musik, um einen Partner zu finden und um ihre Reviere abzugrenzen. Doch auch im Winter könnt ihr Vögel rufen hören. So nehmen die Tiere untereinander Kontakt auf oder warnen sich gegenseitig vor Gefahren. An hellen Tagen und in milden Wintern machen sie sich eher bemerkbar als in düsteren Stunden oder bei großer Kälte. Einige Vögel singen aber auch im Winter fast so wie im Frühling. Welche das sind? Und warum sie das machen? Wir stellen sie euch einige vor.

goldcrest (regulus regulus) on branch, the netherlands

Das Wintergoldhähnchen ist der kleinste Vogel Europas. Es wiegt gerade mal so viel wie ein Stück Würfelzucker (ca. fünf Gramm). Seinen hohen feinen Gesang hört man auch im Winter. So hält es Kontakt zu seinen Artgenossen und verteidigt sein Revier. Auch mit der Paarung beginnt es schon früh, im März/April. Am liebsten fliegt das Wintergoldhähnchen ganz oben in Nadelbaum-Wipfeln flink von Ast zu Ast. Dort ernährt es sich von winzigen Insekten, Spinnen und Raupen. Auf dem Kopf trägt es einen schwarz umrandeten leuchtend gelben bis orangenen Streifen, der aussieht wie eine Krone.

rotkehlchen michael bangerter large

Rotkehlchen verteidigen das ganze Jahr über ihr Territorium, auch im Winter: mit ihrem flötend weichen, melodischen Gesang. Denn fürs Singen brauchen sie weniger Energie, als fürs Fliegen oder gar einen Revierkampf. Und Energie ist im Winter überlebenswichtig. In milden Wintern beginnen die Rotkehlchen teilweise schon ab Ende Januar mit Balzgesängen, Anfang März starten sie mit der Brut. Rotkehlchen hört ihr am besten früh morgens und abends in der Dämmerung. Sie sitzen gerne auf niedrigen Ästen, Büschen oder Zäunen.

kohlmeise, parus major, great tit

Auch Kohlmeisen hört ihr im Winter zwitschern. Die Kohlmeise klingt wie eine kleine Pfeife, gleichmäßig und rhythmisch. Sie hat gefühlt 100 verschiedene Lautäußerungen parat. Reviergesang, Kontaktrufe, Warnrufe, Flugrufe und dazu noch nachgemachte Laute anderer Vögel. Selbst erfahrene Vogelstimmenkenner*innen werden von ihr hinters Licht geführt. Vielleicht ist die Gesangsvielfalt der Meise auch ein Indiz für ihre Intelligenz, die bei den Kohlmeisen recht gut untersucht ist, seit die Vögel in den 1920er Jahren in England lernten die Aludeckel der Milchflaschen zu öffnen, die damals noch morgens mit der Zeitung vor die Haustüre gestellt wurden. Irgendwann fand eine der Kohlmeisen heraus, dass man durch das Aufpicken des Alus an die hervorragende oberste Schicht aus frischer Sahne gelangt. Innerhalb von wenigen Jahren breitete sich dieses Verhalten in ganz England aus, weil einfach eine Meise von der anderen lernte.

eurasian wren walking on tree in summertime nature

Man hört ihn eher, als man ihn sieht. Der Zaunkönig hat er eine unglaublich kräftige, hell und klar trillernde Stimme! Dabei ist das mit seinem braunen Gefieder gut getarnte Vöglein einer der kleinsten europäischen Vögel: Der kleine Federball hat etwa die Größe einer Walnuss. Typisch ist sein kurzer Schwanz, der fast immer nach oben zeigt, wie ein kleines Fähnchen. Er wohnt in Bodennähe – in Hecken, Sträuchern, Holz- und Reisighaufen, Brennnesselfeldern. Bachufer, Waldränder und Gärten hat er gerne. Am häufigsten hört ihr seine Stimme an sonnigen Vormittagen.

eurasian jay sits on an oak branch covered with snow in a forest park on the first day of winter.

„Räätsch! Rätsch! Rätsch!“ Laut, heiser, krächzend durchdringt der Ruf des Eichelhähers die Waldluft, im Sommer wie im Winter. Er ist der Wächter des Waldes: Der Krähenvogel warnt seine Artgenossen und alle anderen Tiere vor Raubtieren (Greifvögel, Füchse) und vor Menschen. Oft nehmen andere Häher das Rufen auf und geben die Warnung weiter. Mit ihren rauen Krächzern halten die Tiere zudem untereinander Kontakt. Ab dem Spätwinter und im Frühjahr dient das ratternde Rufen auch zum Markieren der Reviere. Es klingt dann ein klein wenig anders: variabler und rhythmischer. Immer wieder imitieren die schlauen Tiere dabei Stimmen anderer Vögel und flechten sie in ihr Tönen mit ein, um Rivalen und Feinde zu täuschen oder zu vertreiben.

buntspecht im flug sonja kreil large

Trommeln, Klopfen, Schimpfen, Keckern, Lachgeräusche! – Das ist die Lautmalerei von Spechtvögeln wie dem Buntspecht. Denn Spechte kommunizieren mit Tönen untereinander. So markieren sie ihr Revier, suchen Partner und ersetzen sie den Gesang anderer Arten. Im Winter könnt ihr die kurzen, scharfen Kontakt¬rufe hören: „Kik!“, „Krräk!“, „Kjäh!“. Oder das unregelmäßige, gedämpfte Klopfen in den Bäumen bei der Nahrungssuche. Ab Februar wird das Klopfen häufiger: etwa eine Sekunde lange Trommelwirbel, schnell und trocken. Das Revierabstecken beginnt.

Beobachtungs-Tipps:

Unser Tipp: Nehmt ein Fernglas mit!


#5 Trickkiste Natur

Wusstet Ihr, dass Ihr Euch mit Kastanien die Hände waschen könnt?

Kastanien im Herbstwald

So geht’s:

Schneidet eine frische, reife Rosskastanie in der Mitte durch. Wenn das noch zu schwer ist, gibt es eine Lösung, die auch mehr Spaß macht: Ihr zerkleinert die Kastanien mit Steinen. Große Steine einfach darauf fallen lassen, oder aktiv darauf hauen – geht manchmal auch mit festen Schuhen und drauf stampfen oder hüpfen.

Befeuchtet nun eure Hände mit Wasser und reibt sie mit dem gequetschten oder geschnittenen Inneren der Kastanie ein. Noch besser in ein Schraubglas mit Wasser füllen und fest schütteln (2-3 Kastanien in 250ml Wasser). Dann das Wasser wie Flüssigseife verwenden. Fett und Schmutz verschwinden! Der Grund: Rosskastanien enthalten Stoffe, die wie Seife wirken: Saponine, auch Seifenstoffe genannt. Deshalb kann man aus diesen Kastanien auch Waschmittel selbst herstellen.

Wisst ihr wie lecker Hagebutten schmecken?

Hagebutten

Hagebutten sind die Herbstfrüchte von Hecken- und Wildrosen. Ihre Form variiert von länglich bis kugelrund, ihre Farbe von orange bis dunkelrot. Das Tolle ist: Ihr könnt sie essen. Sie sind wahre Vitamin-C-Bomben.

Kurzinfos zum Sammeln

  • Für Hagebutten-Tee oder -Pulver sammelt ihr die schon roten, aber noch festen Früchte.
  • Die beste Sammelzeit im Jahr ist zwischen September und Dezember.
  • Die beste Tageszeit: mittags und bei trockenem sonnigem Wetter.
  • Der beste Sammelort: im Garten, im Wald oder an anderen, unbelasteten Plätzen in der Natur.
  • sammelt über Hüfthöhe (ca. 1 m) wegen möglichen Urin-Verunreinigungen von Hunden und anderen Tieren. Außerdem meidet Sträucher an viel befahrenen Straßen oder in der Nähe von Feldern, die mit Chemie gespritzt sind.

Hagebutten-Schalen-Snack oder saure Gummibärchen

Entfernt von den festen roten Früchten die Stiele und Kelche (die schwarzen Käppchen oben). Schneidet die Hagebutten dann in der Mitte durch und schabt mit einem kleinen Löffel oder Messer die haarigen Kerne heraus. Verwendet dabei Küchenhandschuhe, denn die Härchen können Juckreiz auslösen und sogar Allergien. Legt die Kerne beiseite und hebt sie auf (siehe unten: Hagebutten-Kerne-Tee)!

Jetzt könnt ihr die gesunden Schalen entweder roh naschen. Denkt dran: Sauer macht lustig!
Oder ihr lasst sie langsam trocken: Das geht auf einem Blech/auf einem Küchentuch an einem trockenen Ort (z. B. auf der Heizung oder am Kamin) oder schonend im Backofen (bei höchstens 40-50° C) bzw. im Dörrautomat.
Die getrockneten Hagebutten könnt ihr, ähnlich wie saure Gummibärchen, pur genießen oder auch ins Müsli, in Salate, Brotaufstriche, in Tees, ins Jogurt oder zum Frühstückbrei etc. geben.

Hagebutten-Tee

Die Kerne haben außen kleine Häkchen zum Schutz. Deshalb können sie nicht mitgegessen werden. (Lausbuben und Lausmädchen wissen: Aus denen kann man Juckpulver machen.) Lasst die entnommenen Kerne daher erst gut trocknen. Dann reibt mit einem trockenen Tuch die Härchen ab. Zum Schutz immer Küchenhandschuhe verwenden!

Zubereitung:
Die Kerne über Nacht mit Wasser ansetzten (Dosierung: ein gestrichener TL pro Tasse 250 ml Wasser). Am nächsten Tag 30 min sanft köcheln lassen und anschließend abfiltern. Vor allem aus den Kernchen kann durch Aufgießen und wieder köcheln lassen mehrmals Tee zubereitet werden. Das sollte aber idealerweise immer am gleichen Tag passieren, später bildet sich leicht Schimmel.

Klingt ein wenig aufwändig? Lohnt sich aber, denn er ist kein Vergleich zu den handelsüblichen Hagebutten-Teebeuteln. Der Tee schmeckt nämlich fein vanillig. Perfekt nach einem Herbstausflug.
Außerdem kann er das Immunsystem stärken.

 

 

 

Superfood Hagebuttenpulver

Aus dem trockenen Fruchtfleisch könnt ihr auch ein feines Pulver herstellen: einfach in den Hochleistungsmixer geben. Das Pulver ist ein heimisches Superfood mit viel Vitamin C und eignet sich für unterschiedliche Verwendungen, wie z. B. als Beigabe in Teelöffel-Menge zu Smoothies, im Müsli, in Energiebällchen oder als fruchtig-säuerliches Gewürz.

Unser Tipp:
Forscht einfach zusammen im Geschmackslabor: Wie schmeckt euch z. B. das Hagebutten-Pulver am besten: Im Müsli? Als Gewürz, z. B. in der Salatsauce oder im selbstgemachten Brotaufstrich? Im frisch gepressten Saft oder Smoothie? Als Topping auf der Kürbis-Suppe …? Probiert ein bisschen herum. Folgt eurem Gefühl. Als besonders lecker stellen sich ja immer wieder Kombinationen heraus, die man sich zuvor gar nicht vorstellen konnte!
Aber: Macht das Pulver nicht zu heiß bzw. kocht es nicht mit, dabei werden sonst viele wertvolle Vitamine zerstört.

Damit sich die getrockneten Hagebutten, das Hagebutten-Pulver und die Kerne eine Weile halten, verwahrt sie an einem trockenen, lichtgeschützten Ort. Gut eignet sich dafür ein sauberes Schraubglas. Braucht die Sachen innerhalb von wenigen Wochen auf.


#6 Bestimmungshilfen für heimische Laubbäume

bestimmungshilfe laubbäume i

Bestimmungshilfen für Ahorn, Buche, Eiche, Linde und Kastanie [Download I PDF]

Ihr wollt gerne Bäume erforschen?

Mit der App „Mein Baum“ begleitet ihr die Bäume vor Eurer Haustür durch die Jahreszeiten. Ihr helft Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern etwas über unsere Bäume in Dörfern und Städten zu lernen. Ihr selbst werdet sie mit anderen Augen sehen. Versprochen!

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